| Morgendämmerung | 04:31 |
| Sonnenaufgang | 06:38 |
| Mittag | 13:18 |
| Nachmittag | 14:55 |
| Maghreb | 20:23 |
| Nacht | 21:32 |
| Mitternacht | 00:13 |

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Verehrte Leser!
Die Beziehung zwischen Glaube und Vernunft, die beide eine erkenntnistheoretische Funktion haben, beschäftigt Theologen und Philosophen seit alters her. Im Unterschied zur Vernunft impliziert Glaube eine Haltung zu bestimmten Behauptungen, die eine implizite oder explizite Bezugnahme zu einer transzendenten Quelle bedingt. Das Zusammenspiel von Glaube und Vernunft ist in diesem Sinne auch eng verbunden mit anderen religionsphilosophischen Themen, wie z. B. der Existenz Gottes, den göttlichen Eigenschaften, der Theodizee, Ethik usw.; letztlich geht es um die Frage, was die Vernunft für den Glauben an Gott bedeutet, bzw. was der Glaube an Gott für die Vernunft bedeutet. Im christlich-abendländischen Denken hat spätestens mit der Aufklärung die Synthese von Glauben und Vernunft bzw. Religion und Wissenschaft eine Abgrenzung erfahren. Für den Islam hingegen waren und sind Glaube und Vernunft untrennbar verbunden; er bedient sich der Vernunft für den Glauben. In diesemSinne kann es keine ethischen Wahrheiten ohne Rekurs auf Gott geben. Grundlegende Menschenrechte, Pluralismus, religiöse Toleranz und andere elementare ethische Werte sind muslimische Grundüberzeugungen. Wir leben in Europa in religiös pluralen Gesellschaften, die uns in Fragen des Glaubens und der Religion zu einer hermeneutischen Mehrsprachigkeit aufrufen, denn dies erst macht das Verstehen des anderen möglich. So können gläubige Menschen auf der Grundlage einer Synthese von Glauben und Vernunft gemeinsam für die Relevanz ethischer Werte und für Frieden und Wohlergehen in unseren Gesellschaften und der gesamten Welt eintreten.
Redaktion Al-Fadschr