Verehrte Leser!
Zweifellos sind die mehr als 1,5 Milliarden Muslime auf der Welt nicht nur aufgrund unterschiedlicher ethnischer und nationaler Lebensumstände der Gefahr der Desintegration ausgesetzt. Der Qur’an und auch die Anweisungen und Ratschläge des Propheten des Islam (s.a.s.) und seiner reinen Nachfolger heben die Notwendigkeit der Einheit der Muslime nicht zuletzt deshalb deutlich hervor. Vom Propheten des Islam ist der metaphorische Ausdruck von den Muslimen als einer einzigen Hand und einer einzigen Seele überliefert, und mit seinen Vertragsschlüssen, vor allem seinem Vertrag von Medina, hat er den verschiedenen gesellschaftlichen und religiösen Gruppierungen und Minderheiten nicht nur die soziopolitischen Rechte und deren Schutz garantiert, sondern auch den Weg für die gesellschaftliche Einheit geebnet. Auch den innerislamischen Aspekt hat er nicht vernachlässigt, indem er die in unterschiedlichen sozialen Atmosphären mit unterschiedlichen Gedanken und gesellschaftlichen Gewohnheiten aufgewachsenen Auswanderer mit den in Medina ansässigen Muslimen zu Brüdern erklärte. Mit diesen Verträgen machte er deutlich, dass eine Einheit der Muslime über alle ethnischen, rassischen und nationalen Grenzen hinweg ebenso möglich ist, wie auf der Grundlage des Glaubens das Gefühl einer gesellschaftlichen Brüderlichkeit und Verbundenheit und damit auch Verantwortung zu schaffen. Der Islam verurteilt aber keineswegs Vielfalt und Unterschiede, er negiert jedoch jede Art von Feindseligkeit und Feindschaft zwischen den Menschen, denn gemäß einer Aussage des Propheten liegt der Wert eines Menschen in seinem Glauben, seine Würde in seinem Verhalten und sein Grundzug in seiner Vernunft. In diesem Sinne machen nicht nur Dauerhaftigkeit und Stabilität die Einheit der Muslime aus, sondern diese Einheit stellt vielmehr die Essenz von Glauben und Frömmigkeit dar.
Redaktion Al-Fadschr