Verehrte Leser,
während z. B. in Kanada muslimische Frauen mit Kopftüchern, indische Sikhs mit Turbanen etc. problemlos im öffentlichen Dienst beschäftigt werden, oder z. B. in Österreich der Islam bereits seit nahezu einhundert Jahren offiziell anerkannt ist, sind wir in Deutschland von solchen Verhältnissen meilenweit entfernt. Im Gegenteil: Das soziale Klima hat sich in den letzten Jahren sehr verschlechtert; die Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Muslimen nimmt zu. Einen großen Anteil daran haben sicherlich die Medien mit ihrer unausgeglichenen und skandalorientierten Berichterstattung.Verbrechen, die der Islam wie jede göttliche Religion verbietet und von denen sich jeder gottesfürchtige Muslim distanziert, werden als Merkmale „des Islam“ dargestellt, die beharrlich bekundeten Verurteilungen dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit seitens der islamischen Zentren und Verbände werden mit der gleichen Regelmäßigkeit von der Presse unter den Tisch gekehrt. Während die Integrationsbereitschaft von Migrantinnen und Migranten islamischen Glaubens generalisierend oftmals angezweifelt wird, ist es nur legitim, nach der Integrationsbereitschaft der Gesellschaft zu fragen. Erst wenn es gelingt, die Integration nicht primär als Problem zu definieren und die Furcht vor einer vermeintlichen Aushöhlung der kulturellen und soziopolitischen Grundwerte zu schüren, sondern stattdessen in der Integration anderer Kulturen und Religionen eine Ressource für kulturelle Bereicherung und neue Potentiale in dieser Vielfalt zu sehen, dann können Verständnis und Toleranz eine friedliche Koexistenz ermöglichen.
Redaktion Al-Fadschr